Lohnsteuerklassen 1 - 6

Worin unterscheiden sich die Lohnsteuerklassen und wie lässt sich die Lohnsteuerklasse ändern? Nachfolgend sollen die Lohnsteuerklassen 1-6 in einer Lohnsteuerklassenübersicht erläutert werden.


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Das deutsche Steuerrecht kennt 6 Lohnsteuerklassen, auf deren Basis der Lohnsteuerabzug von Arbeitnehmern vorgenommen wird. Die Einteilung in die 6 Lohnsteuerklassen ist im Einkommensteuergesetz in § 38b EStG geregelt. Auf dieser Seite können Sie die Lohnsteuer der 6 Lohnsteuerklassen für 2014 oder 2013 parallel berechnen und bei vorgegebenem Bruttogehalt miteinander vergleichen. Mit dem folgenden Lohnsteuerklassenrechner lassen sich zudem die günstigsten Lohnsteuerklassen für Verheiratete berechnen. Für die Richtigkeit der Lohnberechnungen wird keine Gewähr übernommen.

  Lohnsteuerklassen berechnen




Bruttolohn  Euro   Geburtsdatum    
Bundesland   Kinderfreibeträge  
Kirchensteuer %   Lohnzahlungszeitraum    
Rentenversicherungspflicht neinja   Elternteil bzw. < 23 J neinja    
(Freibetrag p.a. Euro   Hinzurechnungsbetrag p.a. Euro    
Beitragssatz KV
inkl. 0,9% ANAnteil
%   Monatl. Beiträge pr. KV für Basisversorgung Euro    
oder private KV (inkl. PV) Euro   Arbeitgeberzuschuss neinja    
          







   

Worin unterscheiden sich die 6 Lohnsteuerklassen?

Im Folgenden sollen die Lohnsteuerklassen kurz (und nicht abschließend) in einer Übersicht dargestellt werden. Wenn Sie das Nettogehalt oder die Lohnsteuer in Abhängigkeit von den Lohnsteuerklassen berechnen wollen, können Sie des Weiteren einen Lohnsteuerrechner oder entsprechende Lohnsteuertabellen verwenden. Dieser Netto-Rechner berücksichtigt zudem neben einer Netto-Berechnung auch das Faktorverfahren für die Lohnsteuerklassen-Kombination 4/4.
   

Die Lohnsteuerklassen 1,2 und 3

Nachfolgend finden Sie eine Lohnsteuerklassen-Übersicht:

Lohnsteuerklasse 1

Die Lohnsteuerklasse 1 wird grundsätzlich bei alleinstehenden Arbeitnehmern verwendet.

Lohnsteuerklasse 2

Die Lohnsteuerklasse 2 gilt grundsätzlich für alleinerziehende Arbeitnehmer.

Lohnsteuerklasse 3

Die Lohnsteuerklasse 3 ist nur für verheiratete Arbeitnehmer vorgesehen. Diese Lohnsteuerklasse wird allerdings nur bescheinigt, wenn der andere Ehepartner in die Lohnsteuerklasse 5 eingeordnet wurde oder keinen Arbeitslohn bezieht. Die Lohnsteuerklassen 3 und 5 sind auch bei eingetragenen Lebenspartnerschaften (Homo-Ehe) möglich.    

Die Lohnsteuerklassen 4, 5 und 6

Lohnsteuerklasse 4

Die Lohnsteuerklasse 4 gilt grundsätzlich für verheiratete Arbeitnehmer, welche beide Arbeitslohn beziehen und kann auch im Fall von eingetragenen Lebenspartnerschaften gewählt werden. Bei dieser Lohnsteuerklasse kann auch das so genannte Faktorverfahren verwendet werden. Nach einer Heirat erfolgt im ELStAM-Verfahren (ELStAM = Elektronischen LohnSteuerAbzugsMerkmale) von den Meldebehörden eine Mitteilung an die Datenbank der Finanzverwaltung. Daraufhin wird den beiden Ehegatten automatisch jeweils die Lohnsteuerklasse 4 ohne Faktor zugeteilt. Die Lohnsteuerklassenkombinationen 3/5 oder 4/4 mit Faktor (§ 39 f EStG ) können jedoch auf Antrag beim Finanzamt gewählt werden.

Faktorverfahren

Für das Faktorverfahren der Lohnsteuerklasse 4 wird die voraussichtliche Lohnsteuer beider Ehegatten auf Basis des Ehegatennsplitting bestimmt. Die so berechnete Lohnsteuer wird durch die tatsächlich entstehende Lohnsteuer der Lohnsteuerklasse 4 (ohne Faktor) dividiert. Der auf diese Weise vom Finanzamt berechnete Faktor reduziert (als Wert < 1) die Lohnsteuer der Lohnsteuerklasse 4 (ohne Faktor). Der Faktor muss jedes Jahr neu beim Finanzamt beantragt werden. Der Faktor lässt sich z.B. mit folgendem Lohnsteuerklassenrechner bestimmen. Zwar ist die Lohnsteuer bei der Lohnsteuerklasse 4 mit Faktor somit geringer als ohne Faktor, allerdings sind Arbeitnehmer in diesem Fall zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet.

Lohnsteuerklasse 5

Die Lohnsteuerklasse 5 wird dem Arbeitnehmer zugeordnet, dessen Ehegatte die Lohnsteuerklasse 3 beantragt hat.

Lohnsteuerklasse 6

Diese Lohnsteuerklasse gilt etwa bei mehreren Beschäftigungsverhältnissen eines Arbeitnehmers oder auch, wenn keine Lohnsteuerkarte abgegeben wurde.    

Lohnsteuerklasse ändern

Verheiratete können die Lohnsteuerklassen wechseln, sofern die Voraussetzungen für die Steuerklassen 3-5 vorliegen. Der Antrag auf Änderung der Lohnsteuerklasse erfolgt auf amtlichen Formular beim Finanzamt.

Falls die Auswirkungen einer Änderung der Lohnsteuerklasse überprüft werdensollen, kann ein Lohnsteuerrechner verwendet werden. Schauen Sie hierzu z.B. auch auf Bruttonetto-Rechner.org. Mit diesem Lohnrechner lassen sich auch die Auswirkungen des Faktorverfahrens berechnen.    

Welche Lohnsteuerklasse ist die günstigste?

Werden nur steuerliche Aspekte betrachtet, so ist die günstigste Lohnsteuerklasse dann gewählt, wenn der ausgezahlte Nettolohn am höchsten ist. Hierbei ist aber zu berücksichtigen, dass es auch bei den Lohnsteuerklassen 4/4 ohne Faktor noch möglich ist, innerhalb der Fristen eine Steuererklärung abzugeben und es dabei zu einer Einkommensteuererstattung kommen kann aber nicht muss. Bei den Steuerklassenkombinationen 3/5, 5/3 und 4/4 mit Faktor ist die Abgabe einer Steuererklärung für das betreffende Steuerjahr sogar obligatorisch. Für die Wahl der günstigsten Lohnsteuerklassen-Kombination kann ein Steuerklassenrechner hilfreich sein. Nähere Informationen können auch dem folgenden Merkblatt zur Steuerklassenwahl 2014 entnommen werden.

Es gibt aber auch noch außersteuerliche Aspekte, welche bei der Wahl der optimalen Lohnsteuerklasse zu berücksichtigen sind. Vielfach wird darauf hingewiesen, dass gerade Ehegatten auch die Auswirkungen der Lohnsteuerklasse auf die vom vom Nettogehalt abhängenden Lohnersatzleistungen wie das Elterngeld beachten sollen. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sollten Sie in diesem Fall aber vor dem gelanten Wechsel der Lohnsteuerklasse einen Experten fragen. In diesem Zusamenhang sei auch der Antrag Auf Lohnsteuerermäßigung genannt, um das Nettogehalt zu erhöhen. Die auf der Lohnsteuerkarte (ab 2013 elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale) eingetragenen Werbungskosten oder Sonderausgaben haben allerdings keinen Einfluss auf die Beiträge zu den Sozialversicherungen.    

Führt die Einteilung in die Lohnsteuerklassen zu einer gerechten Besteuerung?

Auch wenn die Einteilung in Lohnsteuerklassen eine möglichst gerechte Besteuerung schon beim Lohnsteuerabzug ermöglichen soll und eine Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung bei Arbeitnehmern in vielen Fällen nicht besteht, sollte doch geprüft werden, ob sich die Abgabe einer Steuererklärung lohnen würde. Insbesondere, wenn das Beschäftigungsverhältnis nicht das ganze Jahr über bestanden hat, kann es sein, dass bei der Lohnsteuerberechnung zu viel Lohnsteuer einbehalten wurde. In diesem Fall kann grundsätzlich eine Steuererklärung im Rahmen einer so genannten Antragsveranlagung abgegeben werden. Diese ist nicht zu verwechseln mit dem Lohnsteuerjahresausgleich, welcher in bestimmten Fällen vom Arbeitgeber durchzuführen ist.

Eine Überprüfung, ob sich die Abgabe einer Steuererklärung lohnt, kann Ihnen ein Steuerberater beantworten oder z.B. mit einem Steuerprogramm erfolgen. Eine schnelle Übersicht zur Ermittlung der Einkommensteuer bietet auch eine Steuertabelle bzw. Einkommensteuertabelle. Zu beachten ist, dass ein Einkommensteuerrechner bei der Steuerberechnung vom zu versteuerndem Einkommen ausgeht. Zur Ermittlung dieses Einkommens sind unter anderem berücksichtigungsfähige Sonderausgaben wie Krankenversicherungsbeiträge oder Werbunhgskosten vom Jahresbruttolohn abzuziehen. Die vom Arbeitgeber bereits abgeführte Lohnsteuer wird auf die später vom Finanzamt festgesetzte Einkommensteuer angerechnet.    


Übersicht:

1. Worin unterscheiden sich die 6 Lohnsteuerklassen?
2. Die Lohnsteuerklassen 1,2 und 3
3. Die Lohnsteuerklassen 4, 5 und 6
4. Lohnsteuerklasse ändern
5. Welche Lohnsteuerklasse ist die günstigste?
6. Führt die Einteilung in die Lohnsteuerklassen zu einer gerechten Besteuerung?
7. Lohn-Und-Gehaltsrechner
8. Lohnsteuerklassenrechner
9. Antrag Auf Lohnsteuerermäßigung


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